Matonyok, KeniaVier Wochen ohne

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Bei Gott sein

Vor kurzem war ich mit einigen Freundinnen auf einem Mädels-Event. Und es war genauso, wie man sich ein perfektes Event für Frauen wünscht: Willkommens-Häppchen, Cocktail, Foto-Shooting und Hand-Lettering. Überall tummeln sich die Frauen. Jede will noch was machen oder was Kleines essen, bevor es dann mit der Konferenz losgeht. Der Start der Konferenz ist sehr beeindruckend. Während ein Clip auf der Leinwand läuft, startet eine super Band mit voller Wucht in den Abend.

Mitten in diesem top gestylten Tag spüre ich eine Leere in mir. Irgendwie ist alles so perfekt und trotzdem kann ich mich kaum daran erfreuen. Mir fallen Bereiche auf, bis wohin die Perfektion wohl nicht gereicht hat. Hm, hier ist es aber schon ein wenig lieblos dekoriert. Wie soll ich mich hier auf Gott konzentrieren? Ich werde kritisch und merke, wie mich die top gestylte Konferenz immer mehr abstößt. Fast habe ich den Eindruck, das Perfekte hält mich davon ab, auf Gott zu hören.

Ich merke, wie mein Herz sich nach Echtheit sehnt. Ich will Gott begegnen. Bei ihm am Kreuz ankommen. Zeit mit ihm verbringen. Mit Freundinnen füreinander beten und uns gemeinsam auf Gott fokussieren. Bei Gott sein… schlicht und einfach bei Gott sein. Ohne Ablenkung. Ohne Firlefanz. Ohne gepampert zu werden. Ich will einfach nur bei Gott sein. Was für viele Frauen auf der Konferenz vielleicht sogar eine Hilfe ist, um Gott zu begegnen, wird für mich dieses Mal zum Hindernis. Ich fühle mich wie eine Konsumentin und nicht wie eine Suchende.

Meine Gefühle und meine Gedanken zu top gestylten Konferenzen müssen nicht die von anderen Menschen sein. Auch will ich die Konferenz nicht schlecht machen, schließlich habe ich doch in den letzten Jahren genau davon sehr profitiert. Aber ich bemerke, dass die Verpackung nett sein kann, und dennoch nicht immer hilfreich. Wenn das Drumherum schon super kreativ und spannend und krass ist, kann es mich dazu bringen, dass ich versuche alles mitzunehmen und alle Angebote zu nutzen – zu konsumieren. Anstatt auf dem Weg zu Gott bei ihm zu landen, fühle ich mich wie ein Kind im großen Kaufhaus, wo hinter jeder Ecke das ultimative Konsumerlebnis wartet. Aber der Konsum hält mich von der Suche ab.

Ich will uns ermutigen, achtsam zu sein. Sonst ist die Verpackung bald wichtiger als der Inhalt, Design wichtiger als die Message, das Outfit wichtiger als die Herzensschönheit. Wenn wir nicht aufpassen, verpassen wir Gott. Und das gilt für Konferenzen – aber auch für unser eigenes Leben. Auch hier dürfen wir unser Leben immer wieder ganz neu anschauen und sehen, wo wir nur noch christliche Veranstaltungen konsumieren, aber selber keine echten Zeiten mit Gott mehr haben. Ja, die sind wichtiger als der Konsum.

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