Secret ChristmasDeine Sorgen teilen

Themen Impuls

Kleiner Becher

Todmüde am Morgen. Tunnelblick. Kein Bock auf Gespräche bis zum ersten Kaffee. Kennt ihr das? Ich hab jedenfalls ein paar Freunde, die so ticken.

Mit ein paar von ihnen war ich vor kurzem auf einer Berghütte in Österreich. Tolle Leute, tolle Unterhaltungen, Sternschnuppen und Poker bis in den frühen Morgen. Wenig Schlaf also; klar, dass der Kaffee dann zum beliebtesten Gegenstand auf dem Frühstückstisch wird.
Aber – die Tassen! So klein! Zwei Schlucke, zack, Tasse leer. Richtig umständlich. Wer produziert denn so kleine Dinger? Und wer kauft das auch noch!?

Und plötzlich, so nebenbei, sagt einer im Scherz: Bei diesen Tassen wird der Vers ‚unser Becher fließt über’ fast zur Beleidigung.

Bam. Der Satz saß. Das hat mich getroffen. Gott gibt gerne. Gott gibt viel. Er will unseren Becher überfließen lassen (vgl. Psalm 23,5). Aber wir kommen oft mit kleinen Tassen zu ihm. Wir erwarten nicht viel. „Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet“, sagt Gott durch Jakobus in Jakobus 4,2. Und wir bitten nicht, weil wir zu klein von Gott denken. Weil wir ihm nicht zutrauen, in unser Leben einzugreifen. Routine ist zum Alltag geworden, Gebet um Segen gehört zwar zum abendlichen Ritual dazu – aber wir bitten, wir flehen nicht wirklich um die großen Dinge. Um Erweckung in unserer Stadt. Um Veränderung im Charakter. Um Widerherstellung von Freundschaft. Um Antwort auf knifflige Glaubensfragen.

Wir kommen mit wenig Erwartungen und kleinen Bechern zu Gott und merken nicht einmal, dass Gott uns eigentlich so viel mehr schenken möchte, als wir erbitten oder uns vorstellen können (vgl. Epheser 3,20).

Ich trinke nicht oft Kaffee. Aber bei der nächsten Tasse möchte ich mir bewusst Zeit nehmen, mit Gott zu reden. Über die kleinen Fragen – aber auch über die großen Dinge, die mich beschäftigen.

Back To Top
Kontakt
www.facebook.com/steps365 0163/7006995 info@365steps.de