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Eine volle Tasse Stress

Ich nippe hastig an meiner Tasse. Mein bunt markierter Kalender im Smartphone prophezeit mir, dass ich ohnehin schon viel zu spät zu meiner nächsten Verabredung komme. Der schwarze Inhalt tanzt hektisch dampfend in meiner Tasse hin und her, während ich um die Ecke biege. Ich gönne mir einen tiefen Schluck im Gehen. Noch im selben Augenblick pruste ich die ganze Ladung Kaffee über die gesamte Küchentheke. Ich habe mich verschluckt. Das Aufwischen meines Schlamassels hat mich letztlich mehr Zeit gekostet, als eine Tasse Kaffee bei Ruhe und Entspannung.

„Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit.“ (Prediger 3,1; SLT2000)
Wie um alles in der Welt haben es die Christen im ersten Jahrtausend nur geschafft, ihr hartes Leben zu meistern, Kinder groß zu ziehen, ihren Bauernhof zu führen und dennoch das Reich Gottes zu bauen? Sie hatten schließlich keine E-Mail-Accounts, kein Social Media, keine Multifunktionsküchengeräte, keine Supermärkte, keine Flugzeuge, kein Internet. Die Welt war für sie kein globales Dorf wie für uns heute.
Heute haben du und ich ein größeres Allgemeinwissen als alle Gelehrten im ersten Jahrtausend! Wir leben komfortabler als jeder König. Auch erledigen wir unsere To-dos im Sekundentakt: Studienaufgaben, Telefonate, Recherchen für das nächste Schulreferat, Vertragsabschlüsse. Wofür Menschen früher oft mehrere Tage oder sogar Wochen verwendet haben, hierfür benötigen wir heute nur noch wenige Minuten. Wir sind in allem schneller! Auch in unseren christlichen Erledigungen.
Ich frage mich jedoch, ob unsere moderne Welt uns als Christen ernsthaft mehr Zeit und Qualität für das Leben ermöglicht, nach dem wir uns wirklich sehnen? Schaue ich in die Gesichter unserer heutigen Generation von Christen, lautet die Antwort Nein.

„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.“ (Psalm 46,11a; SLT2000)
Wir können uns als Christen ebenfalls in hohem Tempo im Hamsterrad des Lebens abmühen und dennoch auf der Stelle tretend feststecken. Denn schließlich sieht auch jedes Hamsterrad von Innen nach einer erfolgsversprechenden Leiter Richtung Himmel aus.

Gott fordert mich heraus, mein Leben als Christ aus der Stille zu gestalten. Das gilt für alle Zeit! Denn in der Stille erkenne ich Gott. Und nur in Gott erkenne ich, wer ich wirklich bin und zu welcher Aufgabe er mich heute im 21. Jahrhundert wirklich berufen hat.

Ich nehme mir Zeit für mehr Stille, für mehr Ruhe beim Kaffeetrinken, für mehr Zeit zum Nachdenken, für mehr Zeit zum Sein vor Gott. Denn wenn ich mir mehr produktive Zeit für Gott nehme, habe ich automatisch weniger Zeit für unproduktive Hektik.

02.01.2019

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