Freunde finden GottLiebe

Bibel Impuls

Realitätscheck

Eins der traurigsten Dinge, die ich seit langem gelesen habe, steht in einem Buch, dass ich in der letzten Zeit sehr schätzen gelernt habe.

Eigentlich beginnt alles ganz gut. Das Volk kommt vor den Propheten Jeremia, mit großen Herzen und noch größeren Fragen und bittet um Rat. Sie versichern: „Es scheine uns gut oder böse, so wollen wir der Stimme des Herrn, unseres Gottes, […] gehorchen“ (Jeremia 42,6). Schön, oder? Das denkt sich auch Jeremia und geht zu Gott. Dann teilt er dem Volk Gottes Wille mit. Und die Reaktion des Volkes ist niederschmetternd. Die haben einfach keinen Bock drauf. Und antworten Jeremia: „Was das Wort angeht, das du im Namen des Herrn zu uns geredet hast, so wollen wir nicht auf dich hören“ (Jeremia 44,16).

Krass, oder? Und ich frage mich, wie kann das sein? Wie kann ein Volk so gute Vorsätze haben und zwei Kapitel später so versagen? Das ist mir unbegreiflich.

Aber dann fange ich an, über mein Leben nachzudenken. Und ich merke, dass ich manchmal gar nicht so anders bin, als diese Leute. Dass ich vor meinem Gott knie und große Dinge verspreche. Und danach aufstehe und alle guten Vorsätze am Bettrand kleben bleiben. Ein altes Lied von Casting Crowns beschreibt das als den Weg „between the altar and the door“. Da lege ich Gott vor seinem Altar mein Leben zu Füßen. Und kaum zur Haustür raus, kreisen meine Gedanken wieder darum, wie ich mich vor möglichst vielen nervigen Aufgaben drücken kann. Da macht mir Gott beim Bibellesen deutlich, dass er sich wünscht, dass ich anderen Leuten mit mehr Liebe begegne. Aber dann klopft die anstrengende Mitbewohnerin an und möchte Zeit verbringen – und ich will ihr jetzt keine liebende Freundin sein, sondern einfach mein Buch weiterlesen.

Wie oft ist das so, dass wir unsere guten Vorsätze schon zwischen Gottes Thronsaal und der Zimmertür vergessen? Wir in der Theorie Gott Hingabe versprechen, in der Praxis dann aber doch zu bequem sind für echte Nachfolge? Wir unseren Gehorsam davon abhängig machen, ob Gottes Auftrag gerade passt?

Ich möchte mir das Verhalten des Volkes zu Herzen nehmen. Anders sein. Treu sein. Nach dem Amen wirklich weiterbeten, wie es Hans Peter Royer ausdrücken würde. Mir aufschreiben, was ich mit Gott bespreche, um mich immer wieder daran zu erinnern. Freunde bitten, meine Taten an meinen Worten zu messen und mir Rückmeldung zu geben. Und vor allem: zu lernen, Gottes Worten folgen zu wollen, egal ob es mir gerade passt, oder eben nicht.

14.06.2019

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