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Mission

Hilferuf aus dem Kongo

„Die Gewalt im Ostkongo eskaliert; 800.000 Menschen sind auf der Flucht, sie benötigen Nahrung, Wasser, Medikamente und eine Bleibe.“ Vor mir sitzt ein langjähriger Kirchenleiter, Pastor Kokole aus Bunia. Der ruhige, humorvolle 60-Jährige hat Tränen in den Augen, weil sich die Nachrichten aus seiner Heimat so überschlagen. Er erzählt, wie Mörderbanden ihr tödliches Geschäft betreiben – wahrscheinlich angestachelt von Ölkonzernen, auch aus Europa. Derzeit fördern diese nicht Öl, sondern Vertreibung und Völkermord.

Mit modernsten Waffen fallen Milizen nachts über die Dörfer her. „Sie zünden Hütten an, treiben alle zusammen, die nicht schnell genug in den Busch entkommen, und schlachten sie ab.“ Pastor Kokole findet nur stockend Worte, um die Gräuel zu beschreiben. „Sie hacken Menschen bei lebendigem Leib die Gliedmaßen ab.“ Er berichtet von getöteten Freunden: „Mich erfasst tiefe Trauer, wenn ich an sie denke“, sagt er. Als er das Wort „Massenvergewaltigungen“ in den Mund nimmt, gehen auch mir für einen Moment die Fragen aus – zu nah rückt das Leid …

Unzählige haben sich zu Fuß in die Stadt Bunia gerettet. Nachts kann man Schüsse aus den nahen Bergen hören. Gemeinden von Kokoles Kirche haben zehntausende Flüchtlinge aufgenommen und versorgen sie aus ihren eigenen Vorräten. Hilfesuchende übernachten in Kirchen, Schulen und bei Familien. Es gibt kaum noch Essen und Trinkwasser. „Uns erwartet eine Hungersnot“, befürchtet Kokole. Masern, Polio, Malaria, Atemwegsinfekte und andere Krankheiten grassieren, auch Ebola und Aids.

Die Kirche kümmert sich um tausende Notleidende in diesen Tagen. Ortsgemeinden informieren die Mutterkirche, wenn sie Flüchtlinge aufgenommen haben. Dann wird andernorts zum Spenden von Reis, Bohnen, Kleidern und Schulheften aufgerufen. Diese werden, oft auf gefährlichen Wegen, in die Dörfer gebracht, wo sie benötigt werden. „Wir helfen allen“, betont Kokole, „egal aus welchem Stamm und welcher Religion“.

Ich frage ihn, wie er angesichts von so viel Brutalität noch glauben kann? „Diese Dinge sind in der Bibel vorhergesagt“, erklärt er. „Wir wissen, dass die Leute sich gegenseitig hassen werden und die Liebe erkaltet.“ Unsere Kirche im Kongo hält an Jesus Christus und seiner Liebe fest: „Wir dürfen uns nicht dem Geist der Rache verschreiben“, betont er. „Wir brauchen euer Gebet! Und Spenden, um Flüchtlinge und Hungernde zu versorgen.“

Von Theo Volland,
Chefredakteur der DMG

Die DMG hilft der Kirche im Kongo:
Projektnummer „P50409 Nothilfe Kongo“

Informationen:
www.DMGint.de/Kongohilfe

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