NTM MissionstagValentinstag

Bauteam im Dschungel

Für den König

4:12 Uhr, der erste Hahnenschrei im brasilianischen Dschungel.
Regenzeit.
Das Dach war gerade noch an trockeneren Tagen fertig geworden. Heute mussten wir die Wände bearbeiten. Die Bretter dazu lagerten unter einer Hütte nahe des Flussufers.

Die Deni (Volksgruppe) gehen niemals unter ihre Hütten. Dort findet man vor allem nasses Holz durch Abwaschwasser und Urin mit einem Topping voller Essensreste. Das bedeutete auch, dass eine Flut von allesfressenden Kakerlaken nicht weit war. Ich hätte so gerne Unrecht gehabt. Doch als ich das erste Brett anhob, schwärmten sie in alle Richtungen aus, um dem Tageslicht zu entkommen. Was hätte ich an dem Tag für ein Paar Handschuhe gegeben? Jesse, der mir beim Tragen der Bretter half, ging es nicht anders. Es war der perfekte Ort für die nettesten Krankheitserreger. Als ich zwei Bretter auf meine Schulter hievte und kurz darauf Nässe in meinem Nacken spürte, dachte ich plötzlich an meinen Impfpass. Hepatitis, Gelbfieber, Polio, Typhus … Gott sei Dank sind dort überall Häkchen.

Auf dem Weg zum Bauplatz, mit laufender Nase, von Moskitos umgeben und mittlerweile zerstochen, brannte in mir eine Frage:
Was in aller Welt konnte für Missionare Grund genug sein, jahrzehntelang im Regenwald zu leben? Vorschnell sagen wir in unseren klimatisierten Gottesdiensten: Die Liebe zu den verlorenen Menschen!
Die Liebe zu den verlorenen Menschen? Ich war mir sicher – das reichte nicht! Denn bei tropisch feuchten 35°C mit Kakerlaken in den Schuhen, Moskitos an der Backe und Urin im Nacken hört die Gefühlsduselei auf. Wir lieben nämlich das, was liebenswert ist. Das war es definitiv nicht.

Es gibt jedoch einen, der sein Leben gab, für Menschen, die ihm mit voller Absicht ins Gesicht spuckten – Jesus. Er tat es, um ihnen genau das und vieles mehr zu vergeben. Ich musste an Paulus denken, der den Korinthern erklärte, dass erst, wenn wir dies verstanden haben, uns die Liebe Christi drängt. Sie drängt uns, für IHN zu leben. Und für IHN zu leben, hieß für mich an diesem Tag diese Bretter anzufassen und daraus eine Wand zu bauen – für den König!

Dieser Beitrag wurde von NTM (New Tribes Mission) zur Verfügung gestellt.

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