#vertrauenswürdig#malangenommen-Umfrage

#malangenommen. Ein Poetry

Lesezeit 3 Minuten
1. Juni 2017

Gefangen in Gedanken,
irgendwo zwischen
Träumen, Ängsten und Annahmen.

Dumme Fragen,
deren Antworten nicht wirklich interessieren:
Wie, ob die Drive-Ins der Milchstraße auch schwarzen Kaffee servieren.

Oder sowas wie…
mal angenommen,
Liebe wäre eine Person,
wäre sie dann schön nach unserer Definition?

mal angenommen,
Gott…
ey, wenn der Satz schon so anfängt…

aber mal angenommen,
er wär gar nicht da
und nichts von alldem wäre wahr.
Und dann hab ich mich gefragt,
ändert das eigentlich irgendwas?

mal angenommen,
dass dieser Gott, der so groß ist,
dass kein Gehirn ihn kapiert,
sich in Gestalt eines Menschen für uns porträtiert.

mal angenommen,
der König hätte tatsächlich die Gestalt eines Knechts angenommen,
bleibt da nicht zwangsläufig die Frage – warum?

mal angenommen,
er hätte die Male angenommen
in seinen Handflächen,
die selbst am Ende von allem,
noch von unfassbarer Liebe jenseits von jedem Verstand sprechen.

mal angenommen,
er hätte mich und nicht ich ihn angenommen.

Und vielleicht ist dein Bild von ihm ja verzerrt,
weil das, was du für ihn hältst, dir den Zugang versperrt.
Reflektion seiner Schönheit in gesplitterten Spiegeln.
Es tut mir leid, weil ich weiß,
in mir ist davon oft nicht viel zu sehen.

mal angenommen, ich würde im Grunde gern glauben,
doch stoß meistens an Mauern.
Menschgemachte Barrieren,
die mir den Zugang verbauen.

mal angenommen,
ich bräuchte kein Raumschiff, um dieses Wesen zu finden,
weil er sagt für sein Reich,
muss ich werden wie Kinder.

mal angenommen,
Zweifel wäre gar nicht das Gegenteil von Glaube,
sondern beide beschreiben
bloß verschiedene Seiten
und scheinen dabei Teil ein und derselben Münze zu sein.

mal angenommen,
es stimmt,
und wir sind tatsächlich gemacht in seinem Ebenbild.
Müsst ich dann nicht auch annehmen,
dass das für absolut jeden gilt?

mal angenommen,
ich würde wirklich wandern
unterwegs nach Hause.
Ich bin bloß noch nicht angekommen.
Und möglicherweise
seh ich den Sinn meiner Reise
erst wenn ich einst erschöpft den Gipfel erreiche.

Und selbst wenn ich annehme
meine abgefahrenen Annahmen über ihn wären alle wahr,
glaub ich,
dass meine Erkenntnis nicht mal einen Tropfen der Oberfläche des Ozeans
seines wundervollen Wesens
aufwiegt.

Ich werfe mich tief in den Krater
seiner geräumigen Gnade,
weil ich inmitten von Fragen,
die in meinem Raum stehen,
am Ende des Tages zaghaft erahne:
Ich bin gefangen und getragen von ewigen Armen.

In manchen Momenten
find ich die Annahme,
dieser senfkornkleine Glaube
könnte tatsächlich Substanz haben,
gar nicht mehr so vermessen.

mal angenommen,
ich könnte diesen Gedanken denken,
der dabei droht die Minen meines Verstand zu sprengen.
In Lautschrift verfasste Fragezeichen
als ich beginn, mich in Gang zu setzen.

Zweifelnde Zehen zaghaft auf diesen Weg gestellt,
als neugierig hoffende Sehnsucht den Vorzug vor meiner Angst erhält.

mal angenommen,
ich wäre absolut angenommen.
Vibriert von Kopf nach Herz
bis ich letztendlich angekommen
bin.

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