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Mir fehlen die Worte

Meine Trauer

Vater im Himmel, mit Trauer tue ich mich etwas schwer. Irgendwie leben wir in einer Zeit, in der Trauern kaum noch möglich scheint.

Entweder können wir unsere aufrichtige Trauer nicht zeigen. Viele Menschen sagen uns „Schwamm drüber.“, „Stell dich nicht so an.“, „Das muss aber jetzt auch mal vorbei sein…“, usw. Ihr Leben läuft ja ganz normal weiter. Meins aber nicht. Und durch so Kommentare schäme ich mich zu trauern. Zu klagen. Zu heulen.

Und andererseits sind wir bei Trauer, bei der wir nicht ganz so nah dran sind, mega abgestumpft. Du hast gesagt, dass die Liebe langsam erkalten wird und wenn ich mich so ansehe, denke ich, dass auch die echte Anteilnahme für Trauernde immer mehr aufhört. Ich kann kaum noch auf trauernde Menschen Rücksicht nehmen, sondern sehe nach Katastrophen in meinem Umfeld schnell nur noch meinen Weg.

Vater, ich muss lernen wieder echt trauern zu können und vor allem lernen, mit anderen zu trauern. Zeig mir, was das bedeutet. Wie kann ich mein Mitgefühl zeigen? Wie weit kann ich dabei gehen? Welche Worte kann ich für Menschen finden, die durch harte Zeiten gehen?

Herr Jesus, du hast in der Bibel gezeigt, was Trauer bedeutet, als du (als Mann!) über Lazarus und über Jerusalem weintest. Du hast deine Tränen nicht versteckt, nicht zurückgehalten. Sie wurden aufgeschrieben. Ich kann‘s heute noch lesen.
Hilf mir, doch bei den passenden Gelegenheiten zu trauern. Verhindere, dass ich bei Trauer immer Antworten geben muss. Gib mir ein weites Herz für Menschen, die nicht das Glück haben, das ich habe. Und gib mir richtige Worte oder richtiges Schweigen für Menschen, die trauern. Ich möchte mit dir erleben, dass ich schon früh guten Umgang mit diesem Thema lerne.

Amen

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