Nicht mehr allein

DMG-Missionarin Judith berichtet aus Argentinien: Mit einem kleinen Team aus unserer Gemeinde gehen wir jeden Donnerstagabend in ein bestimmtes Viertel rund um den Markt – zum Straßenstrich.

Abgesehen von den Klienten machen die meisten Passanten einen großen Bogen um die Frauen, die an den Ecken stehen und ihre Körper als Ware anbieten. Wie mit Gefangenen, unter denen wir ebenfalls arbeiten, will der „ehrliche“ Bürger auch mit diesen Frauen nichts zu tun haben. Man schiebt sie an den Rand der Gesellschaft und hofft, dass sich jemand anderes um dieses „Problem auf der Straße“ kümmert.

Während unsere Männer auf der anderen Straßenseite stehen und aufpassen, gehen wir Frauen auf die Prostituierten zu und unterhalten uns mit ihnen, wenn sie das wollen. Bei einer Tasse Kaffee erzählen sie uns von ihrem Leben, wie sie sich schon als kleine Mädchen orientierungslos fühlten, verletzt durch Missbrauch und Gewalt, verängstigt, verunsichert und deprimiert durch den grausamen Mord an einem Familienmitglied. Viele von ihnen wurden schon mit 12 Jahren auf die Straße geschickt, um Geld zu verdienen. Diese Geschichten wiederholen sich immer und immer wieder. Um ihre Arbeit besser ertragen zu können, verlieren sich die Frauen oft in Alkohol und Drogen, aber auch in der Sucht nach dem schnellen Geld.

Dann erzählen wir ihnen von dem, der die Verlorenen sucht, sie bedingungslos liebt und ihre Schuld ins tiefe Meer wirft. Der Gott, der wie ein liebender Vater sehnsüchtig darauf wartet, dass seine Kinder zu ihm zurück kommen, Vergebung erleben und wieder ganz neu anfangen.

Seit drei Wochen hat Jessica* diesen Schritt gewagt und kommt seitdem mit ihren vier Kindern zum Gottesdienst und zum Frauenkreis. Der Schritt weg von der Straße ist schwer: Süchte loslassen, ein geregeltes Leben einüben, Arbeit finden – und heilen. Es ist ein langer Prozess, aber Jessica und ihre Kinder sind nicht mehr allein. Sie haben einen großen Gott an ihrer Seite und Menschen, die ihnen helfen.

Betest du mit uns für diese Frauen in Argentinien?

*Name geändert


Dieser Beitrag wurde von der DMG zur Verfügung gestellt. Folg uns auf Instagram unter @dmgint, um mehr von unseren Missionaren weltweit zu erfahren.

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