It takes a church
*DMG-Missionar Timon berichtet aus Südafrika: *
Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „It takes a village to raise a child.“ – Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen. Wir sagen: Es braucht eine Gemeinde.
Ich sitze mit Silomntu, einem jungen Mann aus unserem Ort, im Café. Er ist der Sohn einer unserer Studentinnen. Bei einer heißen Tasse Chai-Latte erzählt er mir seine Lebensgeschichte. Seinen leiblichen Vater hat er nie kennengelernt, denn der starb kurz nach seiner Geburt. Seine Großmutter zog ihn groß, damit seine Mutter arbeiten konnte. Als einziges männliches Familienmitglied lasteten verschiedenste Erwartungen auf ihm. Zum Beispiel, dass er seinen Verwandten „Black Tax“ zahlen sollte, sobald er nach dem Schulabschluss eine Arbeit fand. (Als „schwarze Steuer“ bezeichnet man die Praxis, dass jemand, der etwas verdient, automatisch einen Teil davon an seine unmittelbaren Verwandten abgibt.) Die wirtschaftlichen Bedingungen in Südafrika machen es jungen Menschen nahezu unmöglich, eine Arbeitsstelle zu finden. Als Silomntu in einer anderen Region des Landes eine befristete Stelle fand, reichte das Gehalt gerade so für Miete, Essen und etwas mobiles Datenvolumen, mehr nicht. Nach einem Jahr war die Anstellung zu Ende. Er kehrte zu seiner Verwandtschaft zurück und musste die Schande ertragen, keine „Black Tax” zahlen zu können. Während ich ihm zuhöre, denke ich: „Was für eine Tragödie, als junger Mann keinen Rückhalt oder Respekt erfahren zu haben.“ Doch das ist nicht die ganze Geschichte …
Silomntu erzählt mir auch von einschneidenden Erlebnissen, die er als Jugendlicher hatte, als er sich einer lebendigen christlichen Jugendarbeit anschloss. In dieser Zeit begegnete er Gott, der ihn annimmt, wie er ist. Silomntu fand Hoffnung, schloss ein Studium ab und fand einen festen Arbeitsplatz. Seine Vorgesetzte möchte ihn jetzt nicht mehr gehen lassen. Er erzählt mir leidenschaftlich von seiner Mitarbeit in der Gemeinde und seinen geistlichen Mentoren. Er hat eine „geistliche Familie“ gefunden, die ihn in den dunklen Stunden seines Lebens begleitet hat.
Der Rückhalt der Gemeinde ist so wichtig. Besonders, wenn leibliche Väter und Mütter im Leben fehlen. Wie wäre die Geschichte von Silomntu ausgegangen, hätte er nicht die Liebe und Hilfe von anderen Christen gehabt? Drogenmissbrauch, Alkohol und Bandengewalt sind für viele junge Menschen in Südafrika Alltag.
Bete für „Väter“ und „Mütter“ in Gemeinden, die sich um die jungen Menschen kümmern. Vielleicht beruft Gott auch dich, für jemanden „Familie“ zu sein. Lass dich drauf ein – Gott gebraucht unsere Begegnungen, um Schicksale zu wenden und Leben zu verändern!
Dieser Beitrag wurde von der DMG zur Verfügung gestellt. Folg uns auf Instagram unter @dmgint, um mehr von unseren Missionaren weltweit zu erfahren.

