“Dummer Glaube” in der Öffentlichkeit
Vor einigen Wochen war der christliche Glaube während der WM durch einige Spieler richtig präsent in der Öffentlichkeit. Das wurde viel kritisiert, aber auch viel gelobt. Dadurch haben bestimmt einige Leute gemerkt, dass der Glaube an Jesus Kraft hat und Einheit spendet und Grenzen überwindet. In der Zeit hab ich aber auch oft gesehen, dass wir uns als Christen irgendwie darüber beschweren, wenn wir kritisiert werden. Aber da wo der Glaube frei, voll mit Jesus und Liebe, ehrlich und mit aufrichtigem Herzen bekannt wird sind auch die Hater nicht weit. Ein helles Licht fällt so ja in eine dunkle Welt. Wundert mich nicht, dass Menschen, die nicht im Licht sind, das auch merken und auch teilweise krass reagieren, vor allem, weil Jesus das seinen Nachfolgern eigentlich schon auch mitgibt (Matthäus 10,22).
Aber es kann auch passieren, dass unser Glaube zurecht angegriffen wird. Wenn wir unseren Glauben voller Hass weitergeben. Oder abwertend. Wenn wir unseren Glauben mit Politik vermischen. Wenn wir Glaube nur auf eine christliche Moral oder Ethik kleinmachen. Wenn wir mehr über Regeln sprechen als über Jesus.
Ich habe in den letzten Wochen und Monaten Menschen erlebt, die ihr Christsein so ausleben. Überfordernd. Ohne Maß. Damit anderen auf die Nerven gehen. Lieblos. Und das nicht nur online, sondern auch im Real-Life. Ich habe Menschen erlebt, die komplett ohne Sensibilität alles, was ihnen grad eingefallen ist, ungefragt einfach in einer mörderischen Geschwindigkeit jemand überstülpen wollten. Dabei sind den Menschen noch, ohne sie zu kennen, super nahe gekommen. Das war dann richtig unangenehm war, weil sie sich schon durch eine sehr üble Art einer Person genähert haben. Das ist für mich dummer Glaube in der Öffentlichkeit.
Jesus sagt uns, dass wir klug wie die Schlangen sein sollen und aufrichtig wie die Tauben (Matthäus 10,16). Petrus schreibt in seinem Brief, dass wir mit Sanftmut und Freundlichkeit antworten sollen (1. Petrus 3,15.16). Im Kolosserbrief 4,6 steht, dass wir Worte sagen sollen, die freundlich und “angenehm gewürzt” sind! Wir sollen wissen, wie wir einander antworten müssen. Damit wir das wissen können, müssen wir uns als Christen ein wenig auf Menschen einlassen. Wir müssen zuhören. Zuschauen. In Beziehung kommen. Als Paulus in Athen war, hat er es geschafft, bevor er eine Diskussion gestartet hat, sich zuerst die Stadt anzuschauen und sich ein Bild zu machen.
Ich wünsche mir sehr, dass wir als Christen Salz und Licht sein und unseren Auftrag wahrnehmen, aber dass wir auch diese Verse nicht vergessen, wie Salz und Licht sein funktioniert. Nicht platt, sondern voller Liebe und Freundlichkeit.

