Themenimpuls

Du bist gut genuuuug

Seit einer Woche steht „Gut Genug" von Kitschkrieg, Blumengarten und Shirin David auf Platz eins der deutschen Charts. Der Song geht auch weltweit viral: Amerikanische Superstars posten Videos mit dem Refrain, Menschen in aller Welt singen mit: „Du bist gut genuuug."

Dass der Song in Deutschland so tief trifft, hat vielleicht auch mit seiner Aussage zu tun: Sei du selbst. Du bist genug, so wie du bist. Bleib wie du bist.

Ich glaube, dass Kunst und Musik zeigen, was uns wirklich beschäftigt. Ein Song, der viral geht, trifft einen Nerv und stellt eine Frage, die viele gerade beschäftigt, oder gibt eine Antwort, nach der viele suchen. Und als Christ finde ich spannend, was Popkultur, Musik, Politik so sagen. Es ist das, was Menschen bewegt. Ich will diese Fragen wahrnehmen. Und ein Song wie dieser ist, ohne Übertreibung, ein absoluter Elfmeter.

Eine kleine Textanalyse „Ich weiß nicht, was die Welt dir sagt / Bleib einfach nur du" Das ist die Antwort des Songs auf eine Identitätskrise: Wer bin ich? Was macht mich aus? Warum bin ich hier? Du bist gut genug. Bleib, wie du bist. Aber was, wenn man selbst nicht weiß, wie man ist? Was, wenn genau das die Frage ist?

„Ich werde mir nie gerecht, denn ich bin zu mir nie gerecht" Als Menschen suchen wir nicht einfach Identität, wir versuchen, sie selbst herzustellen. Und sobald wir das tun, besteht sie aus Leistung, Aussehen, Erfolg, Anerkennung, weil Identität immer ein Gegenüber braucht. Wir werden dann Ankläger und Angeklagte. Wir bewerten uns wegen anderen, stellen Ansprüche an uns und fühlen, dass wir nicht genügen.

Das Evangelium setzt hier einen radikalen Kontrast. Es sagt nicht: „Werde besser, dann bist du wertvoll." Und auch nicht: „ICH bin gut genug.” Sondern: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir!" (Jesaja 43,1). Gott gibt uns Wert, ohne dass wir ihn uns selbst erarbeiten müssten oder könnten.

Das Lied kreist um ein paar große Fragen:

  • Wer bin ich, wenn niemand mich bewundert?
  • Was passiert, wenn das wegfällt, was mir Anerkennung gibt?
  • Wann bin ich endlich genug – und wer bestimmt das eigentlich?
    Solche Lieder sind eine Einladung, genau das Gespräch zu führen. Mit deinen Freunden: Findest du dich im Lied wieder? Was bewegt dich daran? Dabei kannst du sensibel und ehrlich die gute, schöne und wahre Antwort des Evangeliums auf diese Fragen zeigen. Denn wenn die gute Nachricht wirklich gut ist, dann spricht sie auch heute noch zu uns und gibt Antworten auf unsere Fragen.
JonathanJonathan

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