Weshalb Menschen wegen der Epstein-Files Gott suchen
Nach der Veröffentlichung weiterer Daten aus dem Archiv von Jeffrey Epstein meldeten sich unfassbar viele Influencer und Creator auf Social Media, um ihre Gedanken dazu abzugeben. Noch mehr Meinungen dazu gab es dann in den Kommentaren oder auf Reddit. Das Thema ist wieder mal eingeschlagen wie eine Bombe. Was ich super interessant fand: Einige Leute sagten, dass sie wegen der Epstein-Files wieder anfangen, Gott zu suchen. Und das ist ihre Logik dahinter:
- Menschen erkennen, dass es Böses geben muss, wenn sie tief in den Abgrund von Macht, Politik und diesen furchtbaren Taten schauen.
- Dieses Böse setzt für sie voraus, dass es so etwas wie objektives Gut gibt.
- Objektives Gut setzt einen absoluten Maßstab voraus. Und ein absoluter Maßstab verweist auf eine absolute, gute Instanz – also Gott.
- Ohne Gott wäre „böse" nur eine subjektive Bewertung von uns Menschen.
Das ist keine neue Logik. C.S. Lewis, einer der bekanntesten Autoren und Apologeten des 20. Jahrhunderts, beschrieb genau diesen Weg: Er sagte, dass ausgerechnet das Böse in der Welt ein Hinweis auf einen absoluten besseren Maßstab ist. Er merkte, dass er ohne Gott gar kein Recht hätte, irgendetwas als wirklich böse zu bezeichnen.
Menschen machen sich jetzt auf eine Reise, Gott zu suchen. Gerade durch Social Media befeuert fangen viele in der westlichen Welt beim christlichen Glauben an. Das kam unerwartet: Ausgerechnet ein Skandal, der das Dunkelste der Menschheit zeigt, treibt Menschen zurück zu einer uralten Frage.
Menschen fragen auf einmal sehnsüchtig nach echter Gerechtigkeit. Sie wünschen sich, dass da ein Gott da ist, der so großes Unrecht gerecht richtet. Damit eines Tages Menschen, die hier auf der Erde komplette Macht hatten und sich alles erkaufen konnten – Schweigen, Straflosigkeit, Einfluss – trotzdem nicht einfach so davonkommen. Die Bibel gibt darauf eine klare Antwort. In Prediger 12,14 heißt es: „Denn Gott wird jedes Tun vor Gericht bringen, alles Verborgene, es sei gut oder böse."
Im christlichen Glauben dürfen wir diesen Gott kennen, vor dem wir als Menschen nicht bestehen können – der aber aus Gnade seinen Sohn auf diese Erde sandte, damit alles Böse und alle Sünden, die wir vor ihm bekennen, auf der einen Seite vollkommen gerecht gerichtet wurden: am Kreuz. Und andererseits wir deswegen echte Freiheit und echte Liebe empfangen haben und doch wieder echte Nähe zu Gott möglich ist. Nicht weil wir es verdient hätten. Sondern weil Gott gerecht und gnädig ist – beides zugleich.
Vielleicht ist das gerade ein offenes Fenster in Gesprächen mit Freunden, die sonst wenig mit Glauben anfangen können oder gerade sehr interessiert sind. Die Frage nach echtem Bösen und echter Gerechtigkeit bewegt gerade viele – und sie führt mitten ins Evangelium.
Und falls du diesen Gedanken gerade zum ersten Mal denkst: Du bist nicht allein damit. Die Frage, ob hinter allem ein moralischer Maßstab steckt – und wer ihn gesetzt hat – ist vielleicht die ehrlichste Frage, die ein Mensch stellen kann. Es lohnt sich, ihr nachzugehen.

