Was kann man noch sagen?

Ich habe noch nie so viele verzweifelte und weinende Menschen gesehen wie in den letzten vier Tagen. Menschen, die aufgrund von Gewalt, Verrohung und den schrecklichen Erfahrungen, die sie durchlebt haben, völlig gebrochen sind. Menschen, die das pure Böse im anderen Menschen Auge in Auge gesehen haben.

Seit Montag bin ich online in einen »Kaninchenbau« abgetaucht: In die Welt von israelischen und palästinensischen Aktivisten. Auf den Accounts siehst du extreme und verstörende Bilder, die man gerne wieder vergessen würde. Und ich dachte mir immer wieder nur: Was kann man noch sagen? Wie können sich Menschen so etwas antun? Wie kann man nur so einen Hass verbreiten? Aber auch: Wie kann man diese Lügen korrigieren? Warum glaubt man so einen Quatsch? Wie kann man so einseitig sein? Manchmal nahm ich mir zwei Stunden Zeit, um durchdachte und liebevolle Antworten zu schreiben. Ich wollte Menschen aufwecken, Lügen aufdecken, Hass beruhigen, ihnen Christus in meinen Antworten zeigen. Es ist viel Zeit drauf gegangen, aber geholfen hat gefühlt nichts davon.

Immer, wenn ich auf diese extremen Krisen dieser Welt schaue, fällt mir ein, dass wir ja Jesus anbeten. Einen Gott, der extra deswegen kam. Der mitgelitten hat. Er liebte mich nicht nur in meiner westlich bequemen Überheblichkeit, die Vergnügen so gerne gegen Gott eintauscht. Er liebte mich nicht nur in meiner Lieblosigkeit und Arroganz und in meinem Stolz alles am besten auf die Reihe zu bekommen. In meinem Geiz und meinem Neid. In meiner Verachtung des Nächsten. Nein, Gott liebt auch den Hamas-Kämpfer und baut seine Gemeinde selbst im Gazastreifen und im Westjordanland. Er liebt aber auch die Raver, die Drogen nehmen und auf irgendwelchen Esoterik-Trips sind. Er liebt die israelischen Siedler, die jetzt in Selbstjustiz Palästinenser jagen. Er liebt die muslimische Welt, die aufgestachelt in blindem Hass heute Juden jagen wollen. Das ist schwer zu begreifen und doch ist es das, was ich glaube. Was kann man noch sagen? - »Erwecke dir ein Volk, das verändert lebt. Und Jesus, komm bald.«

Ich habe festgestellt, dass selbst diese riesigen Krisen mich nicht wirklich krass um Veränderung und Erweckung flehen lassen. Ich erkenne meinen blinden Fleck in der Krise: Ich bin im Endeffekt lieber 3-4h auf Insta als eine Stunde im Gebet. Und das jetzt schon seit Längerem. Was kann ich dazu noch sagen? – »Fang bei mir an. Erweck mein Herz, verändere mich und Maranatha – Jesus, komm bald.«

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