Baupläne vom Heiligen Geist
„Warum ich?“ Diese Frage begleitet mich, seit ich über meine Rolle als Architektin in der Entwicklungszusammenarbeit nachdenke. Warum ich – als Europäerin mit kolonialem Erbe, als Neue in einer mir fremden Kultur, als junge und unerfahrene Architektin? Gottes Antwort kam beim Arbeiten am Nyanje Mission Hospital in Sambia im Februar 2026.
Nach meinem Studienabschluss lernte ich „Engineering Ministries International Südafrika“ kennen. EMI ist eine christliche Hilfsorganisation, die aus Architekten und Ingenieuren besteht und anderen Missionswerken zuarbeitet. Ich war begeistert, dass ich meine Fähigkeiten in der Mission einsetzen kann. Aus dem Freiwilligeneinsatz wurde ein Facheinsatz und jetzt der Langzeitdienst mit der DMG. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf dem Ausbau des Gesundheitssystems in Sambias Ostprovinz, um der hohen Geburtensterblichkeit entgegenzuwirken. Wir planen zum Beispiel Häuser, in denen Frauen mit Risikoschwangerschaften einige Monate vor dem Entbindungstermin in der Nähe des Krankenhauses wohnen können. Im Nyanje Mission Hospital werden pro Monat etwa 200 Kinder entbunden. Viele Mütter wandern weite Strecken aus Mosambik zum Krankenhaus und sind auf solche Warteunterkünfte angewiesen.
Nach einigen Gesprächen saß ich da nun und sollte anfangen, erste Skizzen zu entwerfen. Was brauchen Mütter in Sambia? Bin ich die Richtige, um Antworten auf diese Fragen zu finden? Im Vertrauen darauf, dass Gott mir hilft, fing ich an, Grundrisse zu zeichnen. Eine Woche später sollte ich diese im Krankenhaus vorstellen, zuerst aber die Meinungen des sambischen Krankenhausteams einholen. Der Austausch begann vorsichtig. Nach einiger Zeit begann Precious, eine Krankenschwester, die die Mütter seelsorgerlich betreut, über ihren Traumvorstellung zu sprechen. Sie beschrieb meine Skizzen, obwohl sie diese nie gesehen hatte! Nachdem ich präsentiert hatte, rief mein Kollege Abraham mir zu: „Wow, der Heilige Geist ist am Werk!“
Ich habe nicht die Antworten auf die Bedürfnisse dieser Frauen. Ich bin ein Stift in Gottes Hand. Er kennt längst das richtige Gebäude und führt meine Hand, während wir gemeinsam entwerfen. Gott hätte so viele Möglichkeiten, dem Leid der Welt zu begegnen, aber er lässt uns teilhaben, und das in der Gemeinschaft. Die Frage „Warum ich?” kann ich bis heute nicht vollständig beantworten. Doch wenn ich die Schritte gehe, die Gott mir vor die Füße legt, erlebe ich, dass er mich mit dem ausstattet, was ich brauche. Welche Aufgabe liegt vor deinen Füßen? Wo kannst du der Stift in Gottes Hand sein?
DMG-Missionarin Anna
Dieser Beitrag wurde von der DMG zur Verfügung gestellt. Folg uns auf Instagram unter @dmgint, um mehr von unseren Missionaren weltweit zu erfahren.

